Starnberger Merkur

14.02.2008 18:58 Uhr | aktualisiert: 14.02.2008 19:03 Uhr
Kreis formiert sich gegen EDMO
Landkreis/Oberpfaffenhofen – Die Reihen im Kampf gegen die Erweiterung des Flughafens Oberpfaffenhofen schließen sich. Nun lehnt auch der Landkreis eine Öffnung für Geschäftsflieger generell ab.

In einer gemeinsamen Sitzung fassten die Räte des Kreisausschusses und des Umweltausschusses des Landkreises gestern Nachmittag ein ganzes Paket an Beschlüssen, um die Geschäftsflieger am Flughafen Oberpfaffenhofen zu verhindern. Im bisherigen Beschluss des Kreistags vom Oktober 2006 hatten die Räte nur die Verlagerung von Geschäftsfliegern vom Flughafen München nach Oberpfaffenhofen abgelehnt. Gegen Geschäftsflieger aus dem Landkreis gab es nach dem damaligen Beschluss keine Einwände.

Das ist nun anders. So betonen die Kreisräte in einer Stellungnahme zu dem abgeänderten Antrag der Betreibergesellschaft EDMO auf Ausweitung der Betriebszeiten und Zulassung von Geschäftsfliegern nun, ,,dass eine Öffnung des Sonderflughafens Oberpfaffenhofen für jegliche Form von Geschäftsreiseflugverkehr abgelehnt wird". Eine Ausweitung der Flugbetriebszeiten sowie eine Aufhebung von zahlenmäßigen Einschränkungen werde ,,nicht akzeptiert".

Einzig Gilchings Bürgermeister Thomas Reich (FW), Landrat Heinrich Frey (CSU) sowie Landratskandidat Karl Roth (CSU) blieben ihrer alten Linie treu. Sie lehnten das von der SPD-Fraktion beantragte verschärfte Veto gegen die Geschäftsflieger ab. ,,Diese kleine Tür möchte ich hier ansässigen Firmen offen halten", begründete Roth seine Haltung. Geschäftsflieger von Unternehmen aus dem Landkreis müssten auf dem Sonderflughafen landen und starten dürfen. Letztendlich entscheidet jedoch die Regierung von Oberbayern über den EDMO-Antrag.

Folgerichtig zu ihrem verschärften Nein zu Geschäftsfliegern beauftragten die Kreisräte die Kreisverwaltung in einem weiteren Beschluss, eine Normenkontrollklage gegen das im Landesentwicklungsprogramm (LEP) festgeschriebene Ziel einer Öffnung des Sonderflughafens für den qualifizierten Geschäftsreiseflugverkehr zu prüfen. Gegebenenfalls soll sich der Kreis Klagen von Gemeinden aus dem Landkreis anschließen und diese aktiv unterstützen.

Zu guter Letzt beschloss der Kreisausschuss gegen die Stimmen von Thomas Reich, Jürgen Busse (beide FW) und Peter Unger (Grüne), alternative Möglichkeiten für den Betrieb des Flughafens zu suchen, bei dem auch die Kommunen und der Freistaat ins Boot geholt werden könnten. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises soll entsprechende Möglichkeiten ausloten. Diesen Antrag hatte die CSU gestellt.

 

 
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